Sonderausstellungen

Ständig wechselnde Sonderausstellungen im Museum nehmen aktuelle Tendenzen der Forschung auf und vertiefen Themen der deutschen Geschichte.


Aktuelle Sonderausstellung (Juli bis November 2019):

"Aufbruch nach Europa"

Die Open-Air-Ausstellung stellt den ostmitteleuropäischen Kontext der Friedlichen Revolution 1989 in der DDR her. In der europäischen Erinnerungskultur bekommt die Friedliche Revolution in der DDR durch den Fall der Berliner Mauer eine herausragende Stellung. Dieses historische Ereignis symbolisiert wie kein anderes den Erfolg der Veränderungen 1989/90, denn in Berlin kulminierte die Blockkonfrontation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Mauerfall ist aber das Ergebnis eines europäischen Emanzipationsprozesses.

Zivilgesellschaftliche Bewegungen der acht sozialistischen Staaten in Europa wurden in unterschiedlichem Maße von den Menschen in der DDR als Anregung und Vorbild in der eigenen Auseinandersetzung mit der kommunistischen SED-Diktatur aufgegriffen. Diese Wahrnehmung trug letztendlich zum Erfolg der Friedlichen Revolution bei.

Jedes Tafeldreieck der Ausstellung ist einem Land der ehemaligen kommunistischen Staaten Europas gewidmet. Die Ausstellung führt in die jeweiligen nationalen Ausprägungen der kommunistischen Diktaturen ein, zeigt die Einflüsse von ostmitteleuropäischen Emanzipationsbewegungen auf die Opposition in der DDR und stellt individuelle Handlungsspielräume in der SED-Diktatur dar. Infolge der Reiseverbote nach Jugoslawien und Albanien bzw. der schwachen Opposition in Bulgarien gab es kaum Kontakte von zivilgesellschaftlichen Gruppen der DDR zu diesen Ländern. In diesen Fällen wird daher stärker auf die jeweiligen nationalen Entwicklungen der Regime eingegangen.

"Aufbruch nach Europa" ist eine Ausstellung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mehr Informationen unter: https://www.archiv-buergerbewegung.de/ausstellungen/112-aufbruch-nach-europa


-------------------------------------------------------------------

Andere Sonderausstellung (April bis Juli 2019):

„Die Macht der Gefühle. Deutschland 19|19“

Unsere Politik wird, so scheint es, zunehmend von Gefühlen bestimmt. Wir leben in Zeiten der Daueraufgeregtheit. Fakten werden durch gefühlte Wahrheiten infrage gestellt. Radikale aller Couleur finden mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen immer mehr Zuspruch. Die politische Mitte weiß mit den aufgeheizten Emotionen oft nichts anzufangen.

Hier setzt die Ausstellung „Die Macht der Gefühle“ an. Sie wählt eine emotionsgeschichtliche Perspektive auf die vergangenen 100 Jahre. Die Schau verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Wirkungsmacht von Emotionen wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut. Sie nimmt heutige Erscheinungsformen von 20 Gefühlen zum Ausgangspunkt und zeigt deren historische Entwicklung im 20. Jahrhundert auf: Konjunkturen, Wandel und Kontinuitäten.