Veranstaltungen 2019 - 2. Halbjahr

Alle Veranstaltungen des zweiten Halbjahres 2019 finden Sie hier kompakt zum Herunterladen.


09.-10.11.2019: Fest- und Gedenkwochenende "30 Jahre Grenzöffnung"

In der Nacht vom 9. auf den 10 November 1989 öffnete sich um 0.35 Uhr der Schlagbaum an der Grenzübergangsstelle Duderstadt-Worbis. Die Teilung Deutschlands durch die innerdeutsche Grenze gehörte der Vergangenheit an.

Den 30. Jahrestag der Grenzöffnung möchten wir mit einem bundesweit einmaligen Projekt festlich gestalten und damit einen besonderen Rahmen schaffen für den Austausch der persönlichen Erinnerungen an die Entwicklungen vor 30 Jahren,
als – wie es in einem Buchtitel von Klaus-Dietmar Henke heißt - „in Deutschland die Realität die Fantasie überholte“.

Grenzöffnung und Mauerfall werden zum Symbol für den Freiheitsdrang und die gravierenden Veränderungen in ganz Europa. Viele Zeitzeugen sprechen bis heute von einem „Wunder“, das sie erleben durften, von etwas bis dahin Unvorstellbarem. Nach 41 Jahren der Teilung Deutschlands kam es zur Wiedervereinigung und damit auch zur Einheit des Eichsfelds.

Die multimediale LichtKunst-Installation „Niemandsland – Zwischen zwei Welten“ der Nivre Film & Studio GmbH soll als ein lebendiger zweitägiger Ausflug in die Geschichte konzipiert werden. Dabei spielt auch die Auseinandersetzung mit der Topografie der erhaltenen Übergangsstelle und der Grenzanlagen eine wichtige Rolle in dem Projekt, das Video, Licht-, Dia und Audioinstallationen umfasst. Der besondere Bezug zum Grenzland Eichsfeld und seinen Menschen soll aufgegriffen werden.


Drei Aspekte der Installation ergeben ein Gesamt-Kunstwerk:

„Bilder in die Welt“ - Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ereignis der Grenzöffnung, aber auch mit den Schicksalen, die damit verbunden waren, steht im Mittelpunkt der Video-Collagen. Als Projektionsfläche dienen die Außenwände der Gebäude am Grenzlandmuseum.

„Grenzland“ - Die Klang- und Toninstallationen sollen die Stimmung und die Atmosphäre der aufregenden Zeit im November 1989 aufleben lassen.

„Herbst `89“ - Unvergessen bleiben die Bilder von tausenden Menschen, die friedlich mit Kerzen in ihren Händen für Freiheit demonstrierten. Der Mauerfall im Herbst `89 ist als Symbol für den friedlichen Wandel einer Diktatur zur Demokratie in die Weltgeschichte
eingegangen.

Die Lichtinstallation nähert sich künstlerisch diesen Ereignissen. Ein Lichtband aus dicht gesetzten Leuchtstäben entlang des ehemaligen Grenzzauns soll Erinnerungen wecken an die friedlichen Demonstrationen und die Lichterprozessionen, die auch in den Eichsfelder Städten Worbis, Dingelstädt, Leinefelde und Heiligenstadt stattgefunden haben.

Die Stäbe sollen aber auch an jedes einzelne Opfer am ehemaligen Todesstreifen erinnern. Die Lichtzeichen stehen für die zahlreichen Menschen, die mit der DDR-Geschichte und mit der ehemaligen Grenze verbunden sind.

„Es soll ein medial und künstlerisch vielschichtiges Bild jener Zeit entstehen, welches nicht pauschal in Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse unterscheidet“, beschreibt die Nivre Film & Studio GmbH ihr Projekt zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung.


Aktuelle Informationen auch unter:
https://www.facebook.com/grenzlandmuseumeichsfeld/


Fördernde Partner des LichtKunst-Projektes und des Gedenk-Wochenendes am 9./10. November 2019 sind Freistaat Thüringen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Landschaftsverband Südniedersachsen.




Übersicht Programm am Fest- und Gedenkwochenende 9./ 10. November 2019

 

 

Sonnabend, 9. November 2019

 

10 bis 20 Uhr

- „Die friedliche Revolution“ - Sonderausstellung im Museum

- „Aufbruch nach Europa“ - Sonderausstellung im Außengelände

- Stündlich öffentliche Führungen (ab 11 Uhr, Museum und Grenzlandweg)

- Kinderprogramm und Museumsquiz

 

10 bis 15 Uhr

NDR Radio 1 sendet live aus dem Museum „Mein 9. November“ - Unter anderem sollen Zeitzeugen zu Wort kommen. Außerdem macht der NDR 1 Comedy Klempner „Schüssel Schorse“ Station am Grenzlandmuseum. Die Kultfigur von NDR 1 fährt zurzeit mit seinem VW Bulli „Schorsetta“ die ehemalige innerdeutsche Grenze ab und wird am 9. November vormittags seinen Zielort erreichen: Das Grenzlandmuseum Eichsfeld.

 

13 bis 14 Uhr

Offenes Forum „Mein 9. November“ – Zeitzeugengespräche im Grenzlandmuseum

 

15 bis 20 Uhr

Öffnung des Beobachtungsturms am Grenzlandweg auf dem Pferdeberg. Besucher können sich auch im Inneren des Turms umschauen und den illuminierten Grenzlandweg von oben betrachten.

 

16 bis 17 Uhr

Länderübergreifender Ökumenischer Open-Air-Gottesdienst auf dem Marktplatz vor Victor´s Residenz Hotel Teistungenburg, mit den Pastorinnen Christina Abel und Claudia Edelmann, Propst Bernd Galluschke und Pfarrer Tobias Reinhold. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst vom Gesangverein Concordia Gernrode und dem Chor „Einigkeit“ Tiftlingerode. Im Anschluss wird eine gemeinsame Wanderung entlang des Grenzlandwegs zur Licht- und Klangkunst „Niemandsland – Zwischen zwei Welten“ angeboten.

 

16 Uhr bis nach Mitternacht

„Niemandsland – Zwischen zwei Welten“ - Licht- und Klangkunst auf dem Museumsgelände und entlang des Grenzlandwegs bis zum Beobachtungsturm auf dem Pferdeberg. Zeitgeschichte neu erleben! In der Dunkelheit wirken die Installationen am stärksten.

 

 

Sonntag, 10. November 2019

 

 

10 bis 20 Uhr

- „Die friedliche Revolution“ - Sonderausstellung im Museum

- „Aufbruch nach Europa“ - Sonderausstellung im Außengelände

- Stündlich öffentliche Führungen (ab 11 Uhr, Museum und Grenzlandweg)

- Kinderprogramm und Museumsquiz

 

11 bis 12 Uhr

Offenes Forum „Mein 9. November“ – Zeitzeugengespräche im Grenzlandmuseum

 

14 Uhr

Festveranstaltung zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung für die Mitglieder des Trägervereins Grenzlandmuseum Eichsfeld e.V. im Forum Victor´s Residenz Hotel Teistungenburg.

 

15 bis 20 Uhr

Öffnung des Beobachtungsturms am Grenzlandweg auf dem Pferdeberg. Besucher können sich auch im Inneren des Turms umschauen und den illuminierten Grenzlandweg von oben betrachten.

 

16 Uhr bis nach Mitternacht

„Niemandsland – Zwischen zwei Welten“ - Licht- und Klangkunst auf dem Museumsgelände und entlang des Grenzlandwegs bis zum Beobachtungsturm auf dem Pferdeberg. Zeitgeschichte neu erleben! In der Dunkelheit wirken die Installationen am stärksten.

 

17 bis 18 Uhr

Offenes Forum „Mein 9. November“ – Zeitzeugengespräche im Grenzlandmuseum

 

 

Verpflegungsangebote gibt es vor der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum.

Öffnungszeiten: Das Museum ist an beiden Tagen des Festwochenendes von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Licht- und Klangkunst-Installationen sind von 16 Uhr bis nach Mitternacht für Besucher frei zugänglich.

Parkmöglichkeiten – gut ausgeschildert – bestehen am Hotel Hahletal, auf Teistungenburg und hinter der Bildungsstätte Richtung Teistungen. Nach einem kurzen Fußweg von ca. 300 Metern ist das Grenzlandmuseum von den ausgeschilderten Parkplätzen aus zu erreichen. Besucher mit Behindertenausweis können direkt am Grenzlandmuseum parken.


Vergangene Veranstaltungen:


24.10.2019: Lesung: "Alles richtig gemacht"

Im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes kommt der Autor Gregor Sander für eine Lesung ins Grenzlandmuseum. Gregor Sander erzählt in "Alles richtig gemacht" mit tiefem Witz und großem Herz die Geschichte von Thomas und Daniel aus Rostock, die noch jung sind, als es mit der DDR zu Ende geht, aber alt genug, um sich von der aufregen-den neuen Zeit mitreißen zu lassen.

„Alles richtig gemacht“ ist ein funkelnd-wunderbarer Roman über die frühen und späteren Jahre des wiedervereinten Deutschland und vor allem eine helle Feier der Freundschaft. Gewohnt gekonnt verschränkt Gregor Sander Gegenwart und Vergangenheit seiner Charaktere und lädt zur Reflexion ein. Der vielfach ausgezeichnete Autor kommt ins Gespräch mit Marisa Rohrbeck.

Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt beträgt 14 € im VVK, 15 € an der Abendkasse und beinhaltet eine Vorabführung durch das Grenzlandmuseum, die um 18 Uhr startet. Treffpunkt dafür ist im Foyer des Museum.

08.10.2019: Vortrag: "Katholische Kirche im eichsfeldischen Sperrgebiet"

Die Errichtung eines Sperrgebietes entlang der innerdeutschen Grenze 1952 und die reglementierenden Verordnungen des SED-Regimes schufen im Eichsfeld zahlreiche Komplikationen für die Seelsorge und das kirchliche Leben. Von 85 katholischen Pfarreien lagen 40 im Sperrgebiet, was auf einen hohen Grad an Schwierigkeiten schließen lässt. Welche durch die Struktur und den Aufbau der römisch-katholischen Kirche sowie durch ihre Liturgie und Frömmigkeitsformen vorgegebenen Spezifika kollidierten mit den Grenzbestimmungen des SED-Regimes bzw. behinderten Seelsorge und Volksfrömmigkeit? Welche spezifischen Konflikte ergaben sich daraus? Diesen und weiteren Fragen wird im Vortrag nachgegangen.

Dr. Torsten W. Müller, Jahrgang 1982, studierte katholische Theologie, Germanistik und Pädagogik an den Universitäten in Erfurt und Bamberg. Er promovierte 2014 mit einer kirchengeschichtlichen Arbeit über Heimatvertriebene in Thüringen nach 1945. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte in Erfurt galt sein besonderer Fokus der Aufarbeitung der Geschichte der katholischen Kirche in der DDR. Seit 2015 leitet er das kulturhistorische Eichsfeld-Museum und ist Direktor der städtischen Museen Heilbad Heiligenstadts.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Landeszentral für politische Bildung Thüringen. Er beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.

03.10.2019: Tag der Deutschen Einheit mit Schwerpunkt "Friedliche Revolution"

Den Tag der Deutschen Einheit  feiern wir im Grenzlandmuseum Eichsfeld mit einem Blick auf die mutigen Bürger in der DDR, die 1989 und 1990 für Demokratie und Freiheit auf die Straße gegangen sind. Diese friedliche Revolution führte schließlich am 9. November 1989 zum Fall der innerdeutschen Grenze.

Der Dingelstädter Sören Baumgarten hat mit seiner Kamera die aufregende Zeit der Umwälzungen im Eichsfeld dokumentiert und dabei einmalige Zeitzeugnisse geschaffen, die ab dem 3. Oktober bis 15. November im Grenzlandmuseum zu sehen sein werden.Die Ausstellungseröffnung findet in Anwesenheit des Fotografen am 3. Oktober 2019 um 11:30 Uhr statt.

Im weiteren Programm zum Tag der Deutschen Einheit kommen Zeitzeugen zu Wort. Um 13:30 Uhr erinnert Heribert Wetter, im Herbst 1989 Kaplan in Leinefelde, Mitorganisator der dortigen Friedensgebete und späteren Demonstrationen, an die friedliche Revolution. Um 16:30 Uhr wird Hans-Gerd Adler zum Gespräch zu den Demonstrationen in Heiligenstadt erwartet. Hans-Gerd Adler war 1989 Vorsitzender des Sprecherrates der Demokratischen Initiative Heiligenstadt, welche Friedensgebete, Demonstrationen und eine Menschenkette vom hessischen Witzenhausen durch das thüringische Eichsfeld bis ins niedersächsische Duderstadt organisierte. Beide Zeitzeugen stehen für Fragen und Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung.

Am Tag der Deutschen Einheit ist das Grenzlandmuseum Eichsfeld von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen werden an diesem Tag im Museum und auf dem Außengelände stündlich angeboten. Außerdem spielt um 15:00 Uhr und um 17:00 Uhr die TM6 Thomas Müller Sextett Band aus Leinefelde auf dem Parkplatz des Grenzlandmuseums. Thomas Müller, Begründer der Band, wird auch über die Entstehungsgeschichte der Band Ende der 1960er erzählen, als Beatmusik in der DDR verboten war, gleichzeitig eine große Bedeutung viele Jugendliche hatte.

Programm des Tags der deutschen Einheit in der Übersicht:

11.30 Uhr
Eröffnung der Fotoausstellung „Die Friedliche Revolution im Eichsfeld mit dem Fotografen Sören Baumgarten, Dingelstädt

13:30 Uhr
Gespräch mit Heribert Wetter über die Demonstrationen 1989 im Leinefelde (im Seminarraum im Museum)

15:00 Uhr
Konzert mit der TM6 Thomas Müller Sextett Band (mit Pause bis 18:00 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Mühlenturm)

16:30 Uhr
Gespräch mit Hans-Gerd Adler über die Demonstrationen 1989 in Heiligenstadt (im Seminarraum im Museum)

26.09.2019: Vortrag: "Die Spionagetechnik der Stasi"

In seinem Vortrag stellt Detlev Vreisleben, Diplomingenieur für Nachrichtentechnik, die vom Ministerium für Staatssicherheit eingesetzte Geheimdiensttechnik vor. Dabei greift er auf Geräte und Exponate zurück, die sich in seiner umfangreichen privaten Sammlung von DDR-Spionagegerät befinden.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Erfurter Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU).

Er beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.

19.09.2019: "Biodiversität am Grünen Band"

Im 30. Jahr nach dem Fall des Eisernen Vorhangs beleuchtet Dr. Heiko Schumacher, Leiter des Geschäftsbereich Biodiversität bei der Heinz-Sielmann-Stiftung, das Grüne Band. Der ehemalige Grenzstreifen gilt als exzellentes Beispiel für biologische Vielfalt.Schon kurz nach der Grenzöffnung gab es vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und dem Land Thüringen erste Überlegungen, entlang der ehemaligen Grenze verschiedene Schutzgebiete zu errichten.

Heute erstreckt sich das Naturschutzprojekt Grünes Band über 12.500 Kilometer von Nord- nach Südeuropa. Der Abschnitt „Eichsfeld – Werratal“ zwischen Harz und Thüringer Wald ist auf Initiative Heinz Sielmanns als Biotopverbund erhalten worden. Auf einer Fläche von etwa 9500 Hektar lebt eine hohe Zahl von seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Allein auf dem 9 Kilometer langen ehemaligen Grenzstreifen am Grenzlandmuseum Eichsfeld Richtung Norden reicht die Bandbreite vom Rohbodenbiotop über Wald und Halbtrockenrasen bis zum Großseggenried.

Kooperationspartner der Veranstaltung sinddie Heinz Sielmann Stiftung Heinz-Sielmann-Stiftung und Stiftung Naturschutz Thüringen.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.

15.09.2019: Literaturfest Niedersachsen zu Gast: „Leise, laut, verboten – Literaten in der DDR“

Wie sehr einst im Osten Deutschlands die Freiheiten – der Meinungen, des Reisens, der Kunst – begrenzt waren, ist heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, kaum noch vorstellbar. In der DDR war dies jedoch eine Realität, unter der alle litten – nicht zuletzt die Künstlerinnen und Künstler, die sich heimlich in Küchen und Ateliers trafen und mal mehr, mal weniger deutlich aufbegehrten gegen die Staatsmacht, die Privilegierten und Angepassten. Dabei musste, wer in der DDR gesellschaftskritisch dachte oder gar handelte und schließlich, im Herbst 1989, auf die Montagsdemonstrationen ging, mit Bespitzelungen, Repressalien und Verhaftungen rechnen.

Autorin Katja Lange-Müller, die selbst schon mit 16 Jahren wegen „unsozialistischen Verhaltens" der Schule verwiesen wurde, hat Texte von DDR-Literaten wie Wolfgang Hilbig und Durs Grünbein ausgesucht. Im Grenzlandmuseum Eichsfeld lassen die Schauspieler Annett Renneberg und Florian Lukas die Unterdrückung, aber auch die kreative Lust der Künstler und den politischen Mut der Bürger wieder lebendig werden, die schließlich zur Friedlichen Revolution von 1989 geführt haben.

Und wenn Jazz-Percussion-Legende Günter Baby Sommer dazu fulminant improvisiert und trommelt, werden sie ganz und gar hörbar: Unruhe, Aufbruch, Erwartung und die spannungsreiche Atmosphäre dieser Zeit, als viel auf dem Spiel stand und schließlich – durch den Mut der vielen – Unvorstellbares möglich wurde.

Die Lesung des Literaturfest Niedersachsen beginnt um 17 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt beträgt 22€ (ermäßigt 18€) und beinhaltet eine Vorabführung im Grenzlandmuseum.

Ticketreservierung und weitere Infos unter: https://www.literaturfest-niedersachsen.de/lfn/lesungen/350

13.08.2019: Doppelvortrag "Die singende Revolution im Baltikum"+ "Der Slitere-Nationalpark in Lettland"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld erinnert mit der Veranstaltungsreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ an den Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren und dessen Entwicklung zum Europäischen Grünen Band.Der zweite Teil der interdisziplinären Vortragsreihe informiert aus ökologischer und historischer Perspektive über die Situation im Ostsee-Raum:

Vortrag 1: "Die Singende Revolution im Baltikum"
(Dr. David Feest, Nordost-Institut der Universität Hamburg)

Estland, Lettland und Litauen waren bis 1991 Sowjetrepubliken. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Zeit des Kalten Krieges in den baltischen Staaten und informiert über die demokratische Umgestaltung bis zur Unabhängigkeit von der Sowjetunion, die mit der Singenden Revolution und der Menschenkette „Baltischer Weg“ vor 30 Jahren eingeleitet wurde.

Vortrag 2: "Der Slitere-Nationalpark in Lettland"
(Jörg Schmiedel, Abschnittskoordinator Baltikum im Auftrag des BUND)

Der Slitere-Nationalpark entlang der lettischen Ostseeküste bietet eine hohe Vielfalt von Lebensräumen mit entsprechend großem Artenreichtum. Schwierig ist der Umgang mit den militärischen Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzung: Genutzt werden sie z.B. als touristische Attraktionen, die jedoch immer stärker verfallen, was das Betreten zunehmend gefährlich macht.

Der „Eiserne Vorhang“, der Europa über 40 Jahre teilte, wird als größte Erinnerungslandschaft des Kalten Krieges und zugleich größtes europäisches Naturschutzprojekt beleuchtet. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Im Vorfeld, gegen 18:00 Uhr, gibt es die Möglichkeit das Grenzlandmuseum Eichsfeld im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Kranzniederlegung und Buchvorstellung

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld lädt am 17. Juni 2019, dem Thüringer Gedenktag für die Opfer des SED-Unrecht, zur Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der deutschen Teilung ein.

Im Anschluss stellen gegen 17:30 Uhr Dr. Hanna Labrenz-Weiß (BStU) und Joachim Heise (Gegen Vergessen für Demokratie e.V. Nordhausen) in der Bildungsstätte ihr Buch „Stasi in Nordhausen“ vor.

Die Studie wirft ein Schlaglicht auf die Vorgehensweise der Staatssicherheit bei der Bespitzelung und Repression gegen die Bevölkerung auch in anderen (grenznahen) Kreisen der DDR.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

26.05.2019: Geführte Gedenkwanderung

Am 26. Mai 1952 begann die DDR mit der Abriegelung der 1.400 km langen innerdeutschen Grenze. Das Grenzlandmuseum Eichsfeld und die Heinz Sielmann Stiftung erinnern mit einer besonderen Gedenkwanderung und Zeitzeugengesprächen an dieses Ereignis.

Auf der geführten Wanderung treffen die Teilnehmer auf Zeitzeugen, die die deutsch-deutsche Teilung und deren Folgen unmittelbar erlebt haben. Bernd Leinemann und Hubert Zornhagen werden über ihre Erfahrungen berichten. 1971 sind die beiden gebürtigen Ecklingeröder im Alter von 19 bzw. 20 Jahren über die Grenzanlagen geflüchtet. Darüber hinaus erfahren die Teilnehmer Interessantes über Flora und Fauna am „Grünen Band“ und warum Heinz Sielmann dort 1988 seinen bekannten Film „Tiere im Schatten der Grenze“ gedreht hat. Am west-östlichen Tor besteht die Möglichkeit zu einem Picknick. Bitte an wetterangemessene Kleidung, festes Schuhwerk und Rucksackverpflegung denken.

Für die Teilnehmer der Wanderung besteht freier Eintritt im Grenzlandmuseum Eichsfeld. Außerdem gibt es die Möglichkeit zum Besuch der Vortragsveranstaltung "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie - Zentraleuropa" über die Situation an der tschechisch-österreichischen Grenze. Beginn ist 16:00 Uhr im Grenzlandmuseum.

Treffpunkt: 11:00 Uhr auf dem Besucherparkplatz des Natur-Erlebniszentrums Gut Herbigshagen. Ein kostenloser Rücktransfer vom Grenzlandmuseum zum Ausgangspunkt wird organisiert und bei Anmeldung gewährleistet.

Kosten: 6,00 € Erwachsene | 4,00 € Kinder bis 12 Jahre

Information und Anmeldung: Tel. 05527 914-215, seminare(at)sielmann-stiftung.de

11.04.2019: „Mythos Schwedt– DDR-Militärstrafvollzug und NVA-Disziplinareinheit aus dem Blick der Staatssicherheit“

Vortrag von Arno Polzin (BStU Berlin) 

Der „Armeeknast“ Schwedt war durch die Kombination von Freiheitsentzug mit Schicht-arbeit, militärischer Ausbildung und politischer Schulung für nahezu jeden männlichen wehrpflichtigen DDR-Bürger ein negativ besetzter Begriff. Der Frage, inwieweit ein „Mythos Schwedt“ entstehen konnte, geht Arno Polzin in sei-nem jüngst erschienenen Werk nach. 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (Außenstelle Erfurt). Sie beginnt um 19 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


19.03.2019: "Nestwärme - Was wir von Vögeln lernen können"

Buchvorstellung von Ernst Paul Dörfler

Ein Leben mit der Sonne statt nach der Uhr, faire partnerschaftliche Beziehungen, Ge-waltverzicht und klimaneutrale Mobilität – was können wir von Vögeln lernen?

Der vielfach ausgezeichnete Naturschützer und Kultautor der ostdeutschen Umweltbewegung Ernst Paul Dörfler hat ein überraschendes Buch über das Sozialverhalten unserer gefiederten Nachbarn geschrieben, die oft friedvoller und achtsamer miteinander umgehen als wir Menschen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen. Beginn ist um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


07.03.2019: "Die Treuhand - Idee, Praxis, Erfahrung"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld lädt zum Vortrag von Dr. Marcus Böick, Ruhr-Universität Bochum. Der Historiker stellt sein Buch „Die Treuhand: Idee - Praxis - Erfahrung 1990 bis 1994“ vor, das 2018 im Göttinger Wallstein Verlag erschienen ist.

Die Treuhandanstalt führte als »größtes Unternehmen der Welt« einen Vermögensumbau von bisher unbekanntem Ausmaß durch. Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem »Erfolg« oder neoliberaler »Abwicklung« analysiert Dr. Marcus Böick mit dieser „glänzend komponierten und akribisch recherchierten Erinnerungsgeschichte“ (FAZ) den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.